schwarzweiß.

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Krankenhaus

Salut!

 Seit gestern Abend bin ich nun wieder zu Hause - Jah, ich habe es tatsächlich geschafft, irgendwo sowas wie "Hilfe" zu suchen und bin tatsächlich eingeliefert worden.

Am Freitag Abend war es dann so, dass ich mit meiner Mum ins Krankenhaus gefahren bin. Dabei hatte ich meine Werte und meinen Einweisungsschein. Am Vortag habe ich noch herumtelefoniert uns versucht, einen Termin bei einem Internisten hier zu kriegen, damit ich nicht stationär irgendwo hinmuss (aber die hätten mich wahrscheinlich auch eingeliefert, wenn sie die Werte gesehen hätten - dazu später mehr). Ging nicht, keiner wollte mich. Das Krankenhaus sagte, ich könne mich dort mit meinem Einweisungsschein in der Notaufnahme melden, dann würden sie mich - wenn es angebracht ist - aufnehmen.
Also am Freitag dort hin.

Das KH ist gut. Es ist zwar ein katholisches, aber gut. Die Leute da sind sehr nett, größtenteils. In der Notaufnahme wartete ich (alleine, jah) nicht lange, vielleicht 15 Minuten, dann kam ich rein. Zuerst zu einer Schwester, die alles mögliche gemacht hat; Blutabnehmen (mit Braunüle legen, also Venenverweilkanüle, in Rosa, hihi), EKG, Fiebermessen (38°, what??). Ich habe gleich die Wahrheit gesagt, dass ich es selber war. Warum auch lügen? Dann hätte ich länger dort bleiben müssen, weil die Blutungsursache abgeklärt werden müsste. Hatte ich darauf LusT? Nein!
Nach erneutem warten dann zu einer Ärztin (die coolste, die ich bisher gesehen habe, sie hatte ein T-Shirt von den "Toten Hosen" an, und obwohl ich kein Fan bin, finde ich dass cool). Ich spreche wie ein Teenager...
Die hat allerhand beunruhigende Fakten erzählt, die durch die Blutentnahme entstanden sind.
Mein HB ist bei 3.9 (genauer gesagt 3.87) mmol/L gewesen. Normalerweise sollte er so bei 7.5 - 9.9 sein. Für "normale Leute" ist dieser Hb lebensgefährlich. Nur dadurch, dass ich eine "Chronische Blutunsanämie" habe, toleriere ich das so doch recht gut. Das heißt, dadurch, dass ich mir immer wieder Blut entnehme ist mein Hb chronisch niedrig und nur dadurch geht es mir so gut! Das ist so zynisch!
Nach dem dritten mal dort rein sagte mir diese Ärztin dann, dass ich jetzt erstmal über das WE aufgenommen werde. Wäre ich älter, hätte sie mir "einfach" 2 Konserven Blut rangehängt. Aber dadurch, dass ich ja "erst" 21 bin, kriegte ich Tabletten: Eisen, Folsäure, Vitamin B12 (in Spritzenform).
Auf Station (Innere Medizin) hatte ich das ganze Wochenende ein 3-Bett Zimmer für mich. Aber die Schwestern kamen ungefähr 5 mal am Tag (oder auch öfter) um irgendwas zu messen; Blutdruck, Fieber, Puls, Zuckerwerte (dadurch habe ich jetzt 2 blaue Flecke an Zeige- und Mittelfinger der rechten Hand) usw.
Morgens wurde ich um halb 7 geweckt von einer Schwester, die meinen Blutdruck maß, und Fieber und meine Tabletten brachte. Dann musste ich aufstehen und auf die Waage (ich habe dort abgenommen!). Aber weiterschlafen war dann nicht, dann kam die Reinigungskraft, und dann gab es Frühstück. Am zweiten Tag schon habe ich mich dann einfach gleich nachdem ich auf der Waage war im Bad fertig gemacht. Zum Glück hatte ich mein eigenes Bad im Zimmer.
Über meiner Zimmertür hing ein kreuz mit Jesus (ich sagte ja, ein katholisches Krankenhaus). Und auf Station piepte es ständig, weil die älteren Leute dort ja Hilfe für so vieles brauchten (Ich war Patientin der Hämatologie, aber Innere Sation bedeutet auch Onkologie - also Krebspatienten!).
Ich kam mir vor, wie die Sünde in Person. All die alten Leute, die wirklich krank waren - und ich, mit meiner lächerlichen, selbst herbeigeführten Anämie! der Jesus am Kreuz über meiner Tür klagte mich das ganze Wochenende an!
Am Montag kam dann endlich mal eine Ärztin. Eigentlich sollte ich noch eine Magenspiegelung bekommen (um Auszuschließen, ob es Sickerblutungen im Magen-Darm-Trakt gibt) und einen Herzultraschall (ihr wisst ja, ich hab einen Herzfehler). Den ganzen Vormittag passierte nichts, nach dem Mittag kam dann aber die Ärztin und sagte, dass sie mich gerne in einer Klinik vorstellen würden. Nichts mit Untersuchungen, nichts mit Weiterbehandlung. Sie haben mir nicht mal gesagt, was ich dann nach der Entlassung tun soll, ob ich einen Internisten oder sonstigen Arzt aufsuchen soll, woher ich meine Tabletten bekomme, ob ich die überhaupt noch nehmen muss, soll, keine Ahnung!
Am Nachmittag kamen dann noch 2 ältere Frauen in mein Zimmer. Da war ich schon beim Packen. Die Schwestern waren schlecht drauf (es waren nicht die super-lieben vom Wochenende da, sondern neue, die ich nicht kannte) und beachteten mich kaum, obwohl ich Fragen zum Ablauf stellte.
Ich wurde dann mit einem Krankentransport in eine Klinik gebracht und dort dem Psychiater vorgestellt. Ich erzählte mich das, was solche Leute hören wollen; ich mache das bestimmt nicht nochmal, in nächster Zeit, nein, ich habe keine Suizidgedanken, ja, es geht mir gut, ja, ich habe eine Zukunftsorientierung, blah,blah eben. Nach einer halben Stunde stand ich dann mit meiner (doch recht schweren Tasche) an der freien Luft. Da meine Mum und Schwester ja nicht wissen, dass ich mir Blut abnehme und deshalb auch nicht verstehen können, warum ich gerade in einer Psychiatrie abheolt werde sollte fuhr ich mit dem Bus und Zug nach Hause.
Am Wochenende ging es mir gut, keinen Schwindel, keine Atemnot rien! Aber schon nach dem Weg von der Psychiatrie zur Bushaltestelle klopfte mein Herz wieder wie wild, mir wurde schwindlig, ich setzte mich auf den Boden, während ich wartete.

Ich fand den Aufenthalt so sinnlos! Ich meine, es wurde nichts gemacht, außer mir Tabletten zu geben, die ich auch zu Hause hätte nehmen können. Und meine Blutwerte hätte ja dann auch einfach nochmal am Montag kontrollieren können, wäre ich nicht dort gewesen! Ah, rausgeschmissenes Geld und Zeit!
So unnötig!
Gleich am Freitagabend habe ich mir die Braunüle einfach selbst gezogen, in meinem Bad. Die war recht uns störte mich so enorm bei allem und es schmerzte, bei allem, selbst beim liegen und Fernsehen. Und ich hatte vor, zu schlafen!
Braunülen haben ein langes Plastikrohr, das in der Vene liegt. Das ist vielleicht so .... 3 - 4 cm lang?
Als ich sie raus hatte lief das Blut nur so aus der Einstichstelle und mir wurde so schwindlig! Ich saß dann eine viertel Stunde im Bad auf dem Klodeckel, lehnte meinen Kopf an die schön kalten Fließen und drückte fest auf die Stelle, damit die Blutung stoppt. Dann ging es wieder. Ich habe das Ding einfach in den Kloeimer geschmissen, der wird jeden Morgen entlehrt. Und die Schwestern haben es nichtmal bemerkt, nichts. Dabei kriegt jeder, der über die Notaufnahme kommt eine Venenverweilkanüle.

Mein Hb-Wert war am Samstagmorgen schon bei 4.16. mmol/L. Am Montag war er dann bei 4.26.

Und JA, ich habe diese Gedanken. Am liebsten würde ich gleich jetzt m Badezimmer verschwinden und mir das Ding in die Venen schieben. Weil ich so verdammt scheiße bin!
Ich will ja gesund werden, aber ich will auch dieses perverse Glück nicht missen. Es fühlt sich echter an, als alles andere sonst.

Mein Arzt ist erst in einer Woche wieder da. Bis dahin werde ich dann wohl keine Medikamente mehr nehmen. Ist mir irgendwie egal. Das sind nur Spurenelemte und Vitamine, also Goooott. Die regen die Blutbildung an. Aber Blut wird ja auch so immer neu gebildet. Also sterben werde ich daran garantiert nicht.

9.8.11 13:04
 


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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


farbenleere / Website (9.8.11 19:53)
mh also ich brauch solche riesenabstürze mit ständig blackouts eigentlich nicht,auf die erfahrung könnt ich auch gut verzichten -.-

ich finde es ja gut,dass du dort warst,aber klingt echt bescheuert,dass die dir für die weiterbehandlung null hilfe angeboten haben!
echt schade,da tust du schon diesen schritt und dann kümmern die sich nicht richtig!
ich hoffe aber trotzdem,dass du es schaffst besser mit dir umzughene,die werte klingen echt mies und dass dein körper quasi dran gewöhnt ist und es ihm deshalb nicht schlechter geht,ist kein gutes zeichen :/

ach,dieses hin- und hergerissen sein kenne ich so verdammt gut,jeden tag ist es im kopf und man man will doer kann einfach nciht diese entscheidung für sich treffen endgültig mal das "gute" zu machen!

trotz allem liebe grüße!

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